Auch öffentliche Stellen haben im Energieeffizienzgesetz eine Reihe von Pflichten auferlegt bekommen. Sie fungieren als Vorbild, sparen selbst Energie ein und tragen mit der Entwicklung von Anreizsystemen, wie zum Beispiel Förderprogrammen, dazu bei, dass sich Energieeffizienz in Österreich flächendeckend durchsetzt.


Vorbildfunktion (§ 12 EEffG)
Der Bund hat eine Vorbildfunktion wahrzunehmen. Daher hat er in seinem Wirkungsbereich dafür zu sorgen, dass größere Anstrengungen zur Förderung der Endenergieeffizienz unternommen werden. Er hat flankierende Maßnahmen im Rahmen seiner hoheitlichen Zuständigkeiten oder bei der Realisierung von Bauprojekten des Bundes, die zur Erreichung der nationalen Ziele und Richtwerte beitragen, zu ergreifen und die Schaffung geeigneter Bedingungen und Anreize zu prüfen, damit der Endenergieverbrauch eingedämmt wird.

Der Bund hat die Öffentlichkeit über seine Vorbildfunktion zu informieren. Zur Erfüllung dieser Aufgabe bedient er sich der Monitoringstelle Energieeffizienz. Unter folgendem Link werden vorbildliche Energieeffizienzmaßnahmen vorgestellt, die der Bund bereits initiiert hat:



Verbreitung von Informationen für Marktteilnehmer und Bürger (§ 13 EEffG)
Der Bund hat energieverbrauchende Unternehmen, Energielieferanten und andere Marktakteure über ihre Pflichten und die zur Erreichung des Energieeffizienzrichtwerts (Endenergieverbrauch von 1.050 PJ im Jahr 2020) festgelegten finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Förderungen, zu informieren. Er muss Anbietern und Nachfragern von Energiedienstleistungen Kriterien für Musterverträge zur Verfügung stellen und Programme entwickeln, die KMU und Haushalte dazu ermutigen, Energieaudits oder Energieberatungen in Anspruch zu nehmen. Der Bund hat außerdem Anstrengungen zur Verbesserung der Bewusstseinsbildung zum Thema Energieeffizienz zu unternehmen und dabei die Länder einzubinden.

Öffentliche Stellen initiieren strategische Maßnahmen (§ 4 EEffG)
§ 4 EEffG legt fest, wie das kumulative Endenergieeffizienzziel von 310 Petajoule durch zusätzliche anrechenbare Energieeffizienzmaßnahmen erreicht werden soll: 159 Petajoule der Einsparungen entstammen den Beiträgen der Energielieferanten, 151 Petajoule werden mit Hilfe von strategischen Maßnahmen erreicht:



Strategische Maßnahmen sind meist staatliche, förmlich eingerichtete und verwirklichte Regulierungs-, Finanz-, Fiskal-, Fakultativ- oder Informationsinstrumente zur Schaffung eines unterstützenden Rahmens oder Auflagen oder Anreize für Marktteilnehmer, damit sie Energiedienstleistungen erbringen und kaufen und weitere energieeffizienzverbessernde Maßnahmen ergreifen.

Strategische Maßnahmen werden insbesondere vom Bund und Ländern gesetzt und umfassen beispielsweise die folgenden Instrumente:

  • Wohnbauförderun
  • Sanierungsscheck
  • Umweltförderung im Inland (UFI)
  • Energiesteuern
  • Reduktion des Eigenenergieverbrauchs (Energieverbrauch der öffentlichen Hand)
  • Öffentliche Beschaffung

Die Einsparungen werden entweder mit top-down-Berechnungen oder unter Anwendung von verallgemeinerten Methoden nachgewiesen und der Monitoringstelle über die Anwendung zum Energieeffizienzgesetz im USP gemeldet.


Energieeinsparung in Gebäuden des Bundes (§ 16 EEffG)
Seit dem 1. Jänner 2014 sind jährlich 3 Prozent der gesamten Gebäudefläche beheizter und/oder klimatisierter Gebäude, die sich im Eigentum des Staates (= Bund) befinden und von ihm genutzt werden, zu renovieren. Bis 2020 wird eine Einsparung von etwa 48,2 GWh erreicht. Das Einsparziel soll insbesondere durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  1. Energieeinsparcontracting;
  2. Energiemanagementmaßnahmen;
  3. Sanierungsmaßnahmen.

Zusätzlich zur Verpflichtung des Bundes wird auch die BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. bis Ende 2020 Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich im Ausmaß von 125 GWh durchführen.

Als Voraussetzung und Grundlage für diese Einsparungen soll zum einen der Bestand an Bundesgebäuden, einschließlich jener Gebäude bzw. Gebäudeteile welche vom Bund genutzt werden, sowie deren Daten gesammelt und in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert werden. Die Bundesgebäudedatenbank liegt unter www.usp.at. Ein Leitfaden mit detaillierten Angaben zum Befüllen der Datenbank finden Sie hier:


(Leitfaden zur Befüllung der Bundesgebäudedatenbank)

Gebäude, die vom Bund als Eigentümer genutzt werden und nach dem 31. Dezember 2018 neu errichtet werden, haben den Standard von Niedrigstenergiegebäuden zu erfüllen.

 
Energieexperten und Energieberater des Bundes (§ 14 EEffG)
Um Aktivitäten im Bereich der Energieeffizienz qualitätsvoll und koordiniert durchzuführen, bestellen die Bundesdienststellen so genannte Energieexperten. Die Energieexperten müssen, ebenso wie interne Energieauditoren für große Unternehmen, vorgegebene Qualitätskriterien erfüllen. Sie unterstützen ihre Dienststellen beim Energiemanagement, der Energiebuchhaltung und beim Energiecontrolling. Die Energieexperten begleiten und schulen in Angelegenheiten der Energieeffizienz und arbeiten eng mit den Energieberatern des Bundes zusammen.

Die Energieberater führen die Energiestatistik der Bundesverwaltung und die Endenergieverbrauchsbuchhaltung. Sie beraten und unterstützen die Bundesdienststellen und ihre Energieexperten im Bereich Energiemanagement und Energieeffizienz, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bundescontracting (Energiespardienstleistungsverträge) und erstellen jährlich einen Monitoringbericht. Zudem sind sie befugt, Energieausweise für die im Eigentum des Bundes stehenden und von ihm genutzten Gebäude und Räumlichkeiten zu erstellen.

Der Bund ist verpflichtet, Energieexperten und Energieberater des Bundes zu bestellen, die besonderen Qualifikationskriterien unterliegen.

Hinweis
Sollten Sie noch über keinen Account im USP verfügen, nutzen Sie bitte den folgenden Link, der zum Online Ratgeber für die USP-Registrierung führt:
Bitte beachten Sie die datenschutzrechtlichen Informationen für die Verarbeitung Ihrer Daten. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung und Cookie-Policy