Plus-Energie-Bürogebäudesanierung, Technische Universität Wien

Realisierung

2012 bis 2014

Bereich

Gebäude

Umsetzer

BIG – Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Investitionen

€ 26 Mio.

Einsparung

Endenergie Strom: 1.690.589 kWh/a, Endenergie Heizung: 559.030 kWh/a

Maßnahmen

  • Passivbauweise
  • Green IT
  • Beleuchtungsoptimierung
  • Intelligentes Stromnetz
  • Aufdach-PV
  • Fassadenintegrierte PV
  • Energierückgewinnung Aufzüge

   

Dieses Gebäude wurde in seiner ursprünglichen Form in den Jahren 1965 bis 1970 errichtet und erlangte als Teil der technischen Universität Wien große lokale Bekanntheit. Aufgrund seines Alters und der geänderten Anforderungen wurde das Gebäude einer Generalsanierung unterzogen. Bei dieser sollten vor allem auf starke Reduktion des Energieverbrauchs sowie die aktuellen Gegebenheiten des universitären Betriebs unter Erreichung höchster technischer Standards geachtet werden.
 

Die Sanierung umfaßte den Abriß der Fassaden sowie die völlige Entkernung des Gebäudes sodaß einzig die tragenden Strukturen übrig blieben. Ziel war dabei, beim Neuaufbau des Gebäudes den Plus-Energiestandard zu erreichen, was schließlich auch gelang. Für alle Bereiche des Gebäudes konnte eine extreme Reduktion des Energieverbrauchs erreicht werden. Sowohl Wärme- und Kältebedarf, als auch Elektrotechnik und Fassade wurde hinsichtlich Einsparpotentiale evaluiert und optimiert.

Konkret wurde neben der Passivhaushülle eine Kernlüftung zur automatisierten Nachtlüftung (und damit eine beträchtliche Kühlenergieeinsparung) installiert. Die hocheffiziente Haustechnik umfaßt eine bedarfsgerechte Lüftung, ein System zur effizienten Feuchterückgewinnung, aktivierten Estrich und eine hohe Dämmung aller Verteilleitungen. Die Elektrotechnik entspricht den höchsten Effizienzstandards, wobei energieeffiziente Büro-, Teeküchen- und Servergeräte angeschafft und innovative Serverlösungen (Verlagerung von Simulationsleistung vom Arbeitsplatz auf den zentral gekühlten Server) angewandt wurden.

Das Herzstück dieses Sanierungsvorhabens ist allerdings die Energieerzeugung im bzw. am Gebäude. Eine Fotovoltaikanlage wurde am Dach und an der Fassade angebracht, wobei diese eine Gesamtleistung von 330 kWp hat und damit die größte gebäudeintegrierte Anlage Österreichs ist. Des weiteren wird der Großteil des Heizenergiebedarfs aus der Abwärme der Serverräume und der Bauteilaktivierung gedeckt. Außerdem wurde das Aufzugssystem durch Energierückgewinnung und Gegengewichtsreduktion ergänzt und damit die höchste Energiebedarfsklasse A übertroffen.

Der jährliche Primärenergiebedarf des Gebäudes (nicht erneuerbarer Anteil) schlägt sich mit insgesamt 547.862 kWh zu Buche. Dem gegenüber steht eine jährliche Energieerzeugung am Gebäude von 571.466 kWh. Die Differenz von 23.604 kWh pro Jahr steht den umliegenden Gebäuden der TU Wien zur Verfügung.

Die Ergebnisse dieser Sanierung resultieren bei der Gebäudezertifizierung nach TQB in 983 von 1.000 möglichen Qualitätspunkten.

Mit einer Gesamtinvestition von ca. 26 Millionen Euro wurde das Österreichs größtes Plus-Energie-Bürogebäude geschaffen, welches eine jährliche Energieeinsparung von über zwei Gigawattstunden pro Jahr im Vergleich zum Ursprungszustand erzielt.

Hinweis
Der gesamte Inhalt dieser Website bezieht sich auf das Energieeffizienzgesetzes (BGBl I Nr. 72/2014 – kurz EEffG). Viele Bestimmungen dieses Gesetzes (wie z.B. die Lieferantenverpflichtung oder die Auditverpflichtung für große Unternehmen) haben einen Geltungsbereich bis 31.12.2020. Ab dem Jahr 2021 sind die Vorgaben des novellierten Energieeffizienzgesetzes (EEffG Neu) abzuwarten.
Von Seiten des BMK wurden in diesem Zusammenhang Übergangsregelungen festgelegt. Diese finden Sie hier.